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Fronleichnam 2017

 

Gefängnisseelsorge in der JVA Schwalmstadt

Gemeindeleben 2017 --- Text: Kpl. J. Kämpf

2. Vortrag zur Vorbereitung auf Fronleichnam 2017 - am 21. Februar 2017

750 Jahre Fronleichnam in Fritzlar

Am Dienstag, 21. Februar 2017, fand der zweite Vorbereitungsvortrag auf unser Fronleichnamsjubiläum unter großer Beteiligung im Rathaussaal statt. Kaplan Kämpf nahm an diesem Abend die Entstehungsgeschichte und damit die zeitlichen Umstände, die zur Einführung des Fronleichnamsfestes durch Urban IV. am 11. August 1264 unter die Lupe. Dabei legte er den Fokus auf den sog. Abendmahlsstreit im 11. Jh.:

Gerungen wurde um die Frage nach der Gegenwart Jesu in der Eucharistie. Zwei Positionen standen sich gegenüber. Auf der einen Seite standen die sog. Symbolisten, die eine rein symbolische Gegenwart Jesu in der Eucharistie vertraten, und auf der anderen Seite standen die sog. Realisten, die nicht nur von einer leiblichen Gegenwart Jesu in der Eucharistie ausgingen, sondern auch von der Gegenwart des historischen Jesus in der Eucharistie. Zur Beilegung dieser Auseinandersetzung führte der Rückgriff von Guitmund von Aversa und Thomas von Aquin auf die frühe Kirche. Von ihr wurde das sog. realsymbolische Verständnis übernommen, das mit den Begriffen der aristotelischen Philosophie untermauert wurde. Unter der realsymbolischen Gegenwart Jesu in der Eucharistie ist die Gegenwart Jesu in den Gestalten von Brot und Wein zu verstehen. Vereinfacht gesagt heißt das: das Äußere der Gaben, also Brot und Wein, bleiben nach der Wandlung bestehen, dass Innere der Gaben, das Wesen (Substanz) verändert sich in das Wesen Jesu.

In der Folge der Auseinandersetzung entwickelte sich eine starke Eucharistiefrömmigkeit, die wir auch als Schaufrömmigkeit bezeichnen können. Der in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtige Christus sollte den Gläubigen gezeigt werden. Hieraus entwickelten sich eucharistische Andachten und Prozessionen, später die Fronleichnamsprozession.

Die Einführung des Fronleichnamsfestes in Fritzlar ist sehr früh anzusetzen, in das Jahr 1267. Als Beleg hierfür dient eine Ablassurkunde aus dem Jahr 1267. In dieser Urkunde werden zwei Gründe für die Einführung genannt: die Andacht gegenüber dem in der Eucharistie gegenwärtigen Christus und als Wiedergutmachung wegen einer vor Ort vorgefallenen Unstimmigkeit. Die historischen Forschungserträge zeigen, dass das Fritzlarer Kanonikat vor 1260 exkommuniziert wurde und diese Exkommunikation 1260 bestätigt wurde. Die einzelnen Zusammenhänge hierzu können in der Festschrift nachgelesen werden, die zum Fronleichnamsjubiläum erscheinen wird.

Neben der Urkunde von 1267 stützt die Frühdatierung ein Stiftungsverzeichnis. Hier wird für das letzte Drittel des 13. Jh. eine Stiftung zum Fronleichnamsfest verzeichnet. Diese Verzeichnung spricht also neben der Urkunde für die Frühdatierung des Fronleichnamsfestes in Fritzlar.

An dieser Stelle sei schon auf den nächsten Vortrag am Donnerstag, 23. März 2017 um 19:30 Uhr im Rathaussaal hingewiesen. Thema dieses Vortrags wird die Liturgie des Fronleichnamsfestes und sein Brauchtum sein. Referent dieses Abends wird Herr Prof. Dr. Cornelius Roth aus Fulda sein.


Der Stadt Fritzlar möchten wir ein herzliches Dankschön sagen für die Bereitstellung des Rathaussaales.