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Das Innere des St. Petri Domes zu Fritzlar

Die Pieta im Dom zu Fritzlar

Sie finden die Pieta, das Vesperbild, aus dem 14. Jahrhundert im nördlichen Domturm, in der "Taufkapelle". Sie ist Andachtsbild und deutet an, welchen Schmerz Maria ertragen musste - eine Mutter hält ihren toten Sohn in den Armen...

Auszug aus einem Artikel des Landesamtes für Denkmalpflege:

 

Artikel "Das Fritzlarer Vesperbild" von Uta Reinbold

Hier finden Sie den Artikel in voller Länge mit allen Quellenangaben:

"...Zu den herausragenden Schätzen des Fritzlarer Domes, die sich vorwiegend im Dommuseum befinden, gehört auch ein Vesperbild, die sogenannte „Fritzlarer Pieta", der bis heute ihre Funktion als christliches Andachtsbild im Dom erhalten blieb. [...] Der neue Standort, die im Nordwesten gelegene sogenannte Taufkapelle, erfüllt alle Anforderungen und Bedürfnisse, die zum Erhalt des Kunstwerkes und seiner sakralen Aufgabe notwendig sind. Die genannten Schäden waren Anlass, das Vesperbild 1998 in die Restaurierungswerkstätten des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen in Wiesbaden, Schloss Biebrich, aufzunehmen. Neben einer Untersuchung zur Ermittlung der genauen Schadensursachen und ihres Umfanges, bot sich in diesem Zusammenhang die einmalige Gelegenheit, den Bestand des Vesperbildes naturwissenschaftlich aufzubereiten. Dies war uns deshalb besonders wichtig, weil das Fritzlarer Vesperbild nicht nur Bedeutendes an originalem Bestand zu bieten hat, sondern weil bei der Erforschung des Bestandes an mittelalterlichen Vesperbildern erheblicher Nachholbedarf besteht. Seine kunstgeschichtliche und künstlerische Zuordnung ist in diesem Zusammenhang nur insoweit ausgeführt, als dies zur Erläuterung der technologischen Beobachtungen notwendig ist.

[...]

In der Kunstgeschichte hat die Fritzlarer Pieta unter den berühmten Vesperbildern des Mittelalters ihren festen Platz. Zuletzt erfuhr sie ihre Würdigung in der Arbeit von Johanna Quatmann. Ihre Provenienz ist unbekannt, sie wird als mittelrheinisch/hessisch, um 1360/70, eingeordnet. Große stilistische Ähnlichkeiten sieht die Kunstgeschichte mit den Vesperbildern aus dem Ursulinenkloster in Erfurt und aus dem Dom zu Paderborn. Mit den Vesperbildern aus der Kölner St. Andreas-Kirche und aus dem Paderborner Dom verbindet das Fritzlarer Vesperbild als stilistische Seltenheit das unbedeckte Haupt der Maria. Das Kölner Vesperbild weist ansonsten keinerlei Ähnlichkeiten zu Fritzlar auf. Erwähnenswert ist auch, dass die Röttgen-Pieta des Rheinischen Landesmuseums Bonn, die wesentlich kleiner ist und älter sein soll als ihre Fritzlarer Schwester, identische Zierbortenmotive an den Gewandsäumen, sogar in gleicher Größe, aufweist. Genannte Zierbortenmotive sind auch bei der Pieta aus Münstereifel anzutreffen. Ansonsten sind auch hier mit dem Fritzlarer Vesperbild stilistisch keinerlei Ähnlichkeiten festzustellen. Die hessische Kunstlandschaft verfügt noch über eine ganze Reihe von mittelalterlichen Vesperbildern, auch in Funktion und mit zum Teil noch gut erhaltenem Fassungsbestand. Erwähnt sei jedoch an dieser Stelle lediglich die Pieta aus Wetzlar, da diese neben der Fritzlarer Pieta zu den monumentalen Vesperbildern Hessens gehört. Mit einer Gesamthöhe von 224 cm übertrifft sie das Fritzlarer Vesperbild um stattliche 75 cm.


Die Untersuchung des Vesperbildes

Träger und Konstruktion

Das Vesperbild ist aus Lindenholz gefertigt und seine Höhe beträgt samt Thron und Sockel 150 cm. Der Baum war, als er gefällt wurde, etwa 200 bis 250 Jahre alt. Sein Durchmesser betrug ca. 90 cm, seine Höhe maß insgesamt ca. zwölf Meter. Die Baumkrone begann tief unten. Der Beginn des ersten großen Astes in ungefähr 150 cm Höhe über dem Boden verrät, dass der Baum einen solitären Standort hatte. Der genannte Ast beginnt unterhalb der linken Achselhöhle von Maria und sein Wuchs bestimmt die Neigung des Oberkörpers und des Kopfes der Maria. Dadurch, dass der Künstler die Stammneigung kompositorisch nutzte, schloss er ein späteres Reißen des Trägers aus. Im Wesentlichen besteht die Skulptur aus zwei großen Blöcken, aus dem größeren ist die Marienfigur mit Thron und Sockel herausgearbeitet. Ihre Unterarme, ein Teil der Plinthe und des Sockels sowie Teile des Thrones sind angesetzt. Der Hauptblock, aus dem die Christusfigur geschnitzt ist, wird wohl ein weiterer dicker Ast des gleichen Baumes sein. Der rechte Arm ist vollständig, der linke müsste aus verarbeitungstechnischen Gründen in der unteren Hälfte angesetzt sein. Auch die Unterschenkel und der Lendentuchzipfel sind mit Sicherheit separat geschnitzt und angesetzt. Entsprechende Röntgenaufnahmen an diesen Stellen verliefen mehr oder weniger ergebnislos, da die Farbfassung einen hohen Anteil an Bleiweiß aufweist, das ein exaktes Durchdringen der Röntgenstrahlen fast unmöglich macht. 3 Eindeutig erkennbar ist jedoch auf den Röntgenaufnahmen, dass alle Einzelteile der Skulptur mit langen Nägeln ohne Verzahnungen oder Verzapfungen zusammengefügt sind. Wie die endoskopischen Aufnahmen zeigen, ist auch die Christusfigur ohne irgendwelche Armierungen oder Ähnlichem der Marienfigur ganz unspektakulär mit Nägeln auf den Schoß montiert. Beide Skulpturen sind großräumig ausgehöhlt, wobei die Christusfigur vom Oberkopf bis zu den Kniekehlen hohl ist. Deren ausgehöhlte Lendenpartie überspannt kuppelartig den Schoß der Maria. Durch die Möglichkeit der Endoskopuntersuchung war es außerdem möglich, wie bei der Maria mit bloßem Auge wahrnehmbar, die innwendige Bearbeitung des Trägers genauestens zu erkennen. Die Wundmale und die Seitenwunde sind zylindrisch ausgehöhlt. Eine rechts und unmittelbar an die Seitenwunde anschließende rautenförmige Öffnung ist mit Sicherheit das ehemals verschlossene Reliquienfach. Es ist im Gegensatz zu den Wundmalen innwendig ungefasst, was jedoch nichts zu bedeuten hat und nur der Vollständigkeit halber erwähnt wird. Die Hände Christi und die an seinem Haupt befindlichen, plastisch herabtropfenden Blutstrauben haben als Kernmaterial hölzerne Rundstäbe aus Linde, die in den Träger eingeschoben sind. Auch die aus Lindenholz gefertigten Dornen seiner Krone sind separat geschnitzt und vor dem Fassungsauftrag in den Träger eingeleimt..."

Pieta im Dom zu Fritzlar (geschaffen um 1360, restauriert 1998)
 

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