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St. Wigbert, Wabern und Herz Jesu, Gudensberg und für alle, die mit uns Gottesdienst feiern möchten, finden Sie im Pfarrbrief.

 

Bonifatiusjahr 2023

Im Jahre 723 kam Bonifatius hierher - vor 1.300 Jahren...

Gemeindeleben 2023

Verabschiedung von Pfarrer Simon Graef - am 18. Juni

Nach 10 Jahren segensreichem Wirken feierte Pfarrer Simon Graef am Sonntag, 18. Juni 2023, den letzten Gottesdienst mit seinen Gemeinden in Gudensberg. Zum 1. Juli wechselt er auf Bitten des Bistumsverantwortlichen auf die Pfarrstelle in Witzenhausen.


Heute konnten sich alle Gemeindemitglieder sowie Vertreter der anderen Gemeinden im Dekanat und auch Vertreter der politischen Gemeinden sowie Vertreter der evangelischen Kirche in einer Feierstunde von Pfarrer Graef, dem amtierenden Dechant des Dekanates Fritzlar, verabschieden.


Herzlichen Dank an alle aus nah und fern, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben!


Hier ein paar Eindrücke in Bildern und der Redebeitrag von Angelika Hedtkamp und Swen Greiner, die durch die Feierstunde führten.


Swen

Lieber Simon,

sehr verehrte Gäste,

nun heisst es - auch wenn wir noch nicht den 30. Juni haben - für uns als Pfarrgemeinde Abschied zu nehmen. Für uns als Menschen dieser Gemeinde ein schwerer Tag, ein bitterer Tag, ein Tag, den wir in keinem Fall so gewollt haben. So wollen wir an diesem Tag ein wenig (aber wirklich nur ein wenig) Rückschau halten und aber vor allem aber auch Danke sagen. Danke, Dir lieber Simon Graef.


Angelika

In der Vorbereitung auf diese Verabschiedung haben wir uns gefragt, was sollten wir, was müssen wir an einem solchen Tag in Worte fassen. Was sollte, oder vielmehr muss gesagt werden. Eine schwere Frage und Entscheidung, denn nichts sollte vergessen oder gar der Gedanke entstehen, es wäre nicht wichtig oder erwähnenswert. Wohl wissend, nicht Deine ganze Zeit in Gudensberg, lieber Simon, Revue passieren lassen zu können und nicht alle „Highlights“ aufzeigen zu können, haben wir versucht Antworten auf die Frage zu finden: „Was bleibt uns in Erinnerung?“


Swen

Du warst von Beginn an immer ein Mensch, der die Wichtigkeit der ökumenischen Gemeinschaft und des ökumenischen Austausches erkannt, gelebt und gepflegt hat. Und so freuen wir uns sehr, dass am heutigen Tage nicht nur Dir vertraute Personen aus Deiner pastoralen Dienstgemeinschaft des Pastoralverbundes St. Brigida Schwalm-Eder-Fulda hier sind, um sich von Dir zu verabschieden, sondern auch Vertreter der ökumenischen Glaubensgemeinschaft hier im Chattengau. Wir begrüßen an dieser Stelle ganz herzlich:

• Herrn Pfarrer Prähler (den neuen Pfarradministrator unserer Kirchengemeinde)

• Pater Simon (der neue Ortspfarrer unserer Kirchengemeinde lässt herzlich grüßen)

• Herrn Pfarrer Göb (dem Moderator des Pastoralverbundes)

• Herrn Pfarrer Hartmann (von der evangelischen Kirchengemeinde Gudensberg)

• Herrn Pastor Klippert (von der freien evangelischen Gemeinde im Chattengau)

• Frau und Herrn Schumacher (von der Gemeinde Gottes)

• Herrn Pfarrer Weisheit (von der evangelischen Kirchengemeinde in Besse)


Angelika

Du hast keine laute Politik betrieben, wobei Du hierbei in keinem Fall unpolitisch warst oder bist, nehmen wir nur zum Beispiel Dein Engagement für die Ukraine und Dein klares öffentliches Statement gegen den Kriegsausbruch in der Ukraine. Eine Kirchengemeinde im Mittelpunkt der politischen Gemeinde Gudensberg, deren Bürgermeisterin Frau Sina Best wir heute ebenfalls herzlich begrüßen und willkommen heißen.


Angelika

Deine Zeit als Pfarradministrator hier in Gudensberg hat viele Veränderungen und Neuerungen für unsere Kirchengemeinde gebracht, hat neue Impulse gesetzt und hat (das können wir jetzt erkennen) uns als Pfarrgemeinde bereits frühzeitig auf die Prozesse vorbereitet – Stichwort Pastoraler Prozess – welche von den fachkundigen Verantwortlichen in den zentralen Stellen schon lange im Vorfeld vorausgesagt wurden, und deren Realität Du auch nie geleugnet hast und Deine Gemeinde auf diesen Prozess vorbereitet hast. Das diese theoretische Entwicklung für uns als Pfarrgemeinde nun heute bittere Realität wird, schmerzt bei all den vorher zu erahnenden Entwicklungen sehr.


Swen

In der Zeit Deines Wirkens hier bei uns in Gudensberg hast Du aber nicht nur die Menschen auf und in eine neue Zeit geführt. Du hast auch für Impulse zu räumlichen und organisatorischen Veränderungen gesorgt, von denen wir heute doch sehr profitieren. Der Verkauf des ehemaligen Gemeindezentrums, dem Don Bosco Haus, und des hieran angrenzenden Kirchengeländes hat für einige Diskussionen gesorgt. Warum nicht das Gewohnte umfassend und kostspielig sanieren, statt neues zu bauen? Dieses Gebäude hier, vor und in dem wir heute zusammengekommen sind, gibt all die Antworten auf die seinerzeit gestellten Fragen. Schafft doch dieses Gebäude einen neuen Raum der Zukunft, einen neuen Raum für die Zukunft, welcher gerne von den unterschiedlichsten Mitgliedern der Gemeinde genutzt wird, nicht zuletzt jeden Sonntag nach dem Gottesdienst zum Kirchenkaffee. Ein mittlerweile fester Bestandteil eines Sonntag Vormittages, der Raum und Zeit gibt, sich als Gemeinde zu treffen und auszutauschen.


Angelika

Deine Devise war und ist, sich in die Zukunft zu orientieren und in die Zukunft zu investieren. Wir haben Dich nicht nur als Seelsorger kennen und schätzen gelernt, sondern auch als einen Menschen, der sich in Finanzfragen bestens auskennt und der den Mut und die Weisheit hatte für und mit der Kirchengemeinde Investitionen eben für diese Ausrichtung in die Zukunft zu tätigen. Neben dem bereits erwähnten Verkauf des Don Bosco Hauses und des Kirchengeländes war es auch Deiner Weitsicht zu verdanken, dass das ehemalige Pfarrhaus in Besse verkauft werden konnte. Unser Kirchplatz wurde zudem umfassend saniert, ist nun sehr anschaulich, stellt keine Unfallgefahr mehr dar und das gesamte Gelände ist barrierefrei erreichbar. Nochmals: Ein Seelsorger, der nicht nur über umfassende und ausgeprägt gute Kenntnisse im theologischen, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich besitzt, ein Mensch, der Mut hat, Neues anzugehen und sich auf aktuelle Entwicklungen einzustellen.


Swen

Es hat aber durchaus auch schmerzliche Veränderungsprozesse gegeben. Die aus vielerlei Sicht leider notwendige Schließung der katholischen Kirche Maria, Mutter vom guten Rat in Besse hat die Gemeinde getroffen und sicher auch dazu geführt, dass Gemeidemitglieder die Entscheidung getroffen haben, sich anderen Kirchorten zuzuwenden. Aber trotz allem und noch einmal - eine leider aus vielen Gründen notwendige Entscheidung. Eine Entscheidung deren Verantwortung Du Dich nicht entzogen hast, sondern eine Entscheidung, der Du Dich mit den Räten und mit der kompletten Tragweite der daraus resultierenden Konsequenzen für die Kirchengemeinde gestellt hast und diese mit getragen hast.


Angelika

Du warst und bist als Pfarrer immer ansprechbar, erreichbar und wahrhaftig präsent. Sicherlich über viele Jahre tatkräftig in vielen Belangen unterstützt durch Sigrid Weitzel, deren Wirkung für unsere Pfarrgemeinde, aber auch für Dich als Person unschätzbar war. Wir sehen Dich im zivilen Arbeitsdress auf dem Rasenmäher sitzen und das Gras des Kirchengeländes mähen. Wir sehen Dich auf dem E-Bike (seit neuestem sogar mit einem Fahrradanhänger) durch den Chattengau fahren, aber nicht nur um die Natur und Umgebung zu genießen, sondern auch um in der Gemeinde präsent zu sein und um Deine Gemeindemitglieder zu besuchen. Du warst und bist immer schnell erreichbar und vor allem ansprechbar bei Sorgen, Ängsten und Nöten, schenkst Dein Gehör, Deine Zeit, spendest Trost und gibst Hoffnung.


Swen

Auch liturgisch hat es einige Veränderungen gegeben, die,wie dies immer bei Veränderungen unter uns Menschen ist, eine gewisse Skepsis ausgelöst haben. Der gemeinsame Einzug der Lektoren, Kommunionhelfer und anderer im Gottesdienst Aktiver mit den Messdienern und Dir als Pfarrer. Im weiteren Verlauf ein sehr schönes und stärkendes Gefühl der Gemeinschaft im Gottesdienst und der hierbei Dienst tuenden Menschen. Die Osternacht, die nicht mehr am Samstag Abend, sondern am frühen Morgen des Ostersonntag gefeiert wurde. Am Osterfeuer und dann in der durch das Osterlicht erhellten Kirche gemeinsam den beginnenden Tag zu erleben und die Auferstehung Jesu Christi zu feiern, wurde im Verlauf genauso als positiv empfunden, wie das im Anschluss an den Gottesdienst stattfindende Osterfrühstück. Deine frei gesprochenen Predigten. Nicht mit dem Blick am Text haftend sondern in der freien Rede den Blick in die Gemeinde gerichtet, kann sich jeder persönlich von Dir angesprochen fühlen, wenn Du im Gottesdienst die jeweiligen Lesungen und die Evangelien in den aktuellen Kontext unser Zeit setzt.


Angelika

Das frühe Willkommen heißen der Kindern in der Gemeinde durch die Einführung der Kinderkirche und insbesondere das immer wieder Willkommen heißen der Kommunionkinder im Gottesdienst hat sicherlich viele positive und bleibende Erinnerungen nach sich gezogen. Ein wichtiger Bestandteil war in diesem Kontext auch die von Dir mitinitiierte jährliche Fahrt in das Bibeldorf in Rietberg. Ein gemeinsames Erlebnis, nicht nur für die Kommunionkinder und deren Familien, sondern auch für alle interessierten Gemeindemitglieder, bei dem auf einer historischen Reise die archäologischen und religiösen Hintergründe zur Welt und der Bibel verdeutlicht werden. Es sei noch nicht zu viel verraten, aber diese Eindrücke waren auch ein Impuls für einen Teil unseres Abschiedsgeschenkes als Kirchengemeinde an Dich, was wir Dir an dieser Stelle gerne jetzt überreichen möchten.


(Überreichen des Geschenkes)


Swen

Lieber Simon. 

Wir möchten Dir von Herzen Danke sagen. Danke für die gemeinsame Zeit mit all den Erfahrungen, Veränderungen, Prägungen, Erlebnissen und Erinnerungen. Wir wünschen Dir von Herzen alles erdenklich Gute und Gottes reichen Segen, der Dich begleiten möge auf Deinem weiteren Weg und vor allem bei den neuen Aufgaben, die nun vor Dir liegen. Wir hoffen, dass Dich die Menschen in den Kirchengemeinden in Witzenhausen, Bad Soden-Allendorf und Neu-Eichenberg-Hebenshausen mit offen Armen und vor allem offenen Herzen empfangen und aufnehmen werden. Wir hoffen aber auch, dass die Menschen an Deinen neuen Wirkungsstätten schnell erkennen und schätzen lernen, was Du alles für eine Gemeinde bewegen und bewirken kannst.

Nochmals die Frage: Was bleibt uns in Erinnerung? Du lieber Simon Graef, der Mensch Simon Graef.